Critical Mass in Freiburg

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In vielen Städten der Welt treffen sich am letzten Freitag im Monat Fahrradfahrer um gemeinsam ihre Belange und Rechte gegenüber dem motorisierten Individualverkehr geltend zu machen. Diese scheinbar spontanen gemeinsamen Protestfahrten sind weltweit unter dem Namen  Critical Mass bekannt.

Freiburg gilt gemeinhin als Fahrradfreundliche Stadt. Die lokale Critical Mass Gruppe geht davon aus, dass in Freiburg 1/3 des Verkehrs von FahrradfahrerInnen besttritten wird.

 

Die heutige Critical Mass erhielt aber außergewöhnlich große Aufmerksakeit von der Polizei. Vermutlich weil in Freiburg gerade das Convergence Center der NATO-GipfelgegnerInnen stattfindet.

 

Um 16 Uhr kamen die ersten RadfahrerInnen am Treffpunkt (Stadttheater) an und trauten ihren Augen kaum.

Im unnmittelbaren Umfeld des Stadttheaters waren nicht weniger als 14 Polizeibusse, 5 Streifenwagen, 5 MotorradpolizistInnen und eine ungefähr 8 FahrradpolizistInnen am Start um die Critical Mass zu begleiten.

 

 Bullenwannen Werderring Bullenwannen Sedanstraße Mitten in der Critical Mass

Normalerweise schenkt die Polizei der Critical Mass in Freiburg recht wenig Aufmerksamkeit. Abgesehen von einer Kontrolle der Fahrräder auf ihre Verkehrssicherheit nahm die Polizei in den vorrangegangenen Monaten wenig Kenntnis von den Fahrraddemos.

Um ca. 16.30 Uhr machte sich eine Gruppe auf zum warmfahren. Ca. 9 FahradfahrerInnen zogen langsam durch die Innenstadt Freiburgs und hielten sich peinlich genau an Verkehrsregeln. Jeden Menschen brav über den Zebrastreifen lassen, äußerst defensive Rechts-Vor-Links Auslegung, etc.

Um ca. 17 Uhr durchquerte die Gruppe Flyer verteilend durch die Fußgängerzone. Weiterhin schwer bewacht von Polizisten in Kampfanzügen zu Fuß oder auf Mottorad und Fahrrad. Nach dem Spaziergang wurden weitere TeilnehmerInnen am Stadttheater aufgegabelt.

 Fußgängerzone beim Flyer verteilen Critical Mass in der BAslerstraße Critical Mass in der Eschholzstraße
An dieser Stelle versuchte die Polizei einen Verantwortlichen für die Gruppe zu bestimmen und herauszufinden ob die Gruppe sich denn als Versammlung anmelden möchte. Ein Verantwortlicher hat sich natürlich so schnell nicht gefunden. Eine Versammlung wollten die FahrradfahrerInnen ohnehin nicht anmelden. Wo kämen wir denn da hin.

Nach kurzer Unterredung machten sich die Gruppe auf in Richtung Bugginger Straße. Dort wurde nämlich heute eine Erklärung mit beinahe 15000 Unterschriften Gernot Erler, Staatsminister im Auswärtigen Amt, übergeben. Die "Waldkircher Erklärung" fordert, dass dem starken Anstieg der Waffenlexporte in der Bundesrepublik Einhalt geboten wird. Deutschland avanciert mittlerweile an dritter Stelle der Waffenexporteure Weltweit, gleich hinter Russland und den USA.

 Critical Mass - Mittendrin statt nur dabei. Critical Mass vor dem Dietrich Bonnhoefer Gemeinde in Weingarten Übergabe der Unterschriften 

Nachdem die RadlerInnen dem Staatsminister kurz ihre Aufwartung gemacht hatten zogen sie weiter zur Polizeiakademie, in der die Polizisten während des NATO Gipfels koordiniert werden. Nach einer kleinen aber lautstarken Runde um das Fort der Polzei beendeten die Protestierenden ihre Rundfahrt in der KTS.

 

Tickermeldungen während der Critical Mass.

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