Hass-Attacke auf Wohnanlage Marthashof

Erstveröffentlicht: 
07.08.2014

Unbekannte attackieren in der Nacht zum Donnerstag die Wohnanlage Marthashof. Politischer Hintergrund vermutet. Die Anwohner sind geschockt. Unbekannte haben in der Nacht zum Donnerstag Fensterscheiben und Türen einer teuren Wohnanlage in Prenzlauer Berg attackiert. Insgesamt wurde 28 Fensterscheiben und Türen am Marthashof an der Schwedter Straße beschädigt.

 

Gegen 1.30 Uhr alarmierten Anwohner die Polizei. Nach Zeugenaussagen soll die Tat aus einer fünf- bis achtköpfigen Personengruppe heraus begangen worden sein. Die Personen flüchteten anschließend auf Fahrrädern.

Die Wohnanlage kritisieren Gegner von Luxussanierungen seit Jahren. Da ein politisches Motiv für die Attacke vermutet wird, nahm der Staatsschutz die Ermittlungen auf.

 

Die B.Z. sprach mit den Bewohnern der Anlage:

Tool Meyer (50): „Ich bin nachts um 1 Uhr aufgewacht und habe gesehen, wie Menschen mit einem Hammer die Scheiben eingeschlagen haben. Sie waren dunkel gekleidet und vermummt. Nach kurzer Zeit sind sie dann mit ihren Mountainbikes in verschiedene Richtungen verschwunden. Das ging alles ganz schnell. Eine halbe Stunde später kam dann die Polizei, die Nachbarn schon gerufen hatten. Ich selbst wohne in der vierten Etage. Es ist wohl der Hass auf vermeintlich reiche Leute, der diese Menschen antreibt mit ihrer blinden Zerstörungswut.“

Eberhard Kleffner (67), Architekt a.D.: „Ich bin aus dem schönen Münster hier her gezogen, weil meine Tochter hier lebt und arbeitet. Wir wohnen in der ersten Etage, direkt über einem der betroffenen Geschäfte. Ich habe hier eine Eigentumswohnung. Meine Frau hat nachts um 1 einen Vermummten gesehen, der Scheiben einschlug. Sie hat dann herunter gerufen, dann flüchteten zwei Menschen. Wir selber haben jetzt keine Angst. Wir sind nicht nach Berlin gezogen, um uns Angst einjagen zu lassen.“

Ketka (28), Büroangestellte: „Das war ein Schock für mich. Mein Mann hat sofort die Polizei gerufen. Gott sei Dank hat meine vierjährige Tochter geschlafen. Wer macht denn sowas? Was ist das für ein Wutausbruch? So etwas habe ich noch nicht erlebt. Von der Polizei habe ich erfahren, dass das hier nicht der erste Vorfall war.”