Krumpa schließen!

Kundgebung und Demonstration in Krumpa

Anlass der Kundgebung war, dass ein ein Geflüchteter aus Sierra-Leone in Halle/Saale in einem Zimmer tot aufgefunden worden ist. Das geschah exakt 2 Monate vorher. Er wohnte kurz vorher noch im AsylbewerberInnenheim Krumpa. Ein massives Polizeiaufgebot begleitet die Versammlung, weil bei der letzten antirassistischen Kundgebung diese von vielen Nazis gestört wurde. Da musste die Versammlungsleitung das Ordnungsamt aber zuvor noch erst dran erinnern.

 

Die Versammlung in Sachsen-Anhalt sollte eigentlich um 14 Uhr starten, aber weil die Person, welche angemeldet hatte, sich aufgrund der Witterungsverhältnisse verspätete, ging es folglich erst los, als sie kam. Es gab politische Beiträge in vielen Sprachen und jede Menge Chants:

Der am häufigsten verwendete Spruch war wohl: „Krumpa schließen“. (Das ist ein Ort, aber egal.) Auf Platz 2: „Wohnungen Merseburg“. Dezentrale Unterbringung wäre wirklich auch deshalb wichtig, weil die AsylbewerberInnen weniger Platz zur Verfügung haben als Personen im offiziellen Knast! Mehr Infos zu dem Todesfall und den Lebensbedingungen in Sachsen-Anhalt findet mensch z.B. unter:

https://initiativeouryjalloh.wordpress.com/2012/10/17/pressemitteilung-d...

Schlimm ist's auch, dass jede_r Asylbewerber_in bei Ankunft erst einmal 1 Jahr dort wohnen muss, bevor sie/er raus darf.

Wer wollte, konnte sich heute Tee nehmen, denn eine Gruppe hatte freundlicherweise welchen gemacht. Verhungern musste auch keine_r.

 

Für Erheiterung sorgte eine Polizistin, welche ihren Dienstwagen so parkte, dass deren Absperrband riss, denn jenes Zeug trennte die Kundgebung von der Asylbewerber*innenbleibe.

 

Ein wahrscheinlich unpolitischer Fotograf wurde in seine Schranken verwiesen, als er weder Presseausweis, noch Visitenkarte vorzeigen konnte. Er wollte seine Adresse aber rausrücken. Und wer soll das überprüfen in der kurzen Zeit?

 

Leider schauten sich auch vier Rassist*innen (3xmännlich, 1xweiblich) die Kundgebung ebenfalls an. Immerhin weniger als beim letzten Mal. Mehr als auffällig das Ganze, weil in einer Reihe, standen sie in 20 Meter Entfernung. Wieder brauchte es Leute von der angemeldeten Kundgebung, um der Polizei zu sagen, so kann es ja nicht sein. Nur zwei Männliche (Einer 1,75 - 1,80m und ziemlich dick und er trug eine hellgraue Militärjacke) bekamen wegen Pöbeleien Platzverweise. Sensationell, dass vor allem die junge Frau (max. 1,70m) bleiben durfte, hatte nicht sie gerade Fotos von der Kundgebung aus wenigen Metern von den Demonstrant*innen gemacht. Der andere verbliebene Nazi war mind. 1,85m groß und vermummte sich, als Antiras kamen. Die Polizei und das Odnungsamt könnten sich wohl kurz darauf nicht mehr dran erinnern / wollten es vlt. nicht / fanden es gut, dass da gerade ein Nazi Antirassist*innen abfotografiert hatte.

Aus dieser Schlussfolgerung versuchten zwei Antifas die Nazis zur Fotolöschung dazu zu bewegen. Jene Rechten bemerkten deren Anliegen und machten sich aus dem Staub. Merkwürdigerweise wurde jetzt ein Polizist aktiv und hielt die beiden Antifaschist*innen an. Ihm wurde die Befürchtung mitgeteilt und er machte sich in Laufschritt dann auf, um das braune Duo zu stoppen. Ob es wirklich zur Löschung der Bilder kam, weiß nur er und die Nazis. Zumindest hat er versichert, dass es jenen Auftrag ausführte. Vertrauenssache... Kurz darauf stiegen die beiden Faschos in einen weißen Wagen ein, wo schon die anderen beiden mit Platzverweisen ausgestatteten Nazis drin saßen. Faschos sind in Überzahl und hören auf Anweisungen vom Staat? Seltsam...

 

Das ist kein Text von der initiative ouryjalloh, aber Solidarität ist da.