Dortmund - Nazimusik in der Westfalenhalle 1 in Dortmund

Dortmund - Freiwild - Nazimusik in der Westfalenhalle 1 in Dortmund

Dortmund hat einen aktuellen Grund wachsam zu sein gegen Neonazis. Am Donnerstag, 01. November 2012 tritt die Nazi-Band "Freiwild" in den städtischen Hallen der Westfalenhallen, Westfalenhalle 1 auf. Der Einlass wird ab 18:30 Uhr sein. Ab 20 Uhr soll der Beginn starten. Das Ende wird gegen ca. 23 Uhr sein. 

 

Deshalb schafft Aufmerksamkeit ! Kommuniziert die Info in eurem Wirkungskreis ! Werdet aktiv und protestiert !

 

Es gibt einen Zusammenhang zwischen Nazi Musik wie in der Westfalenhalle 1, Zwischenstation Dortmund Dorstfeld und endet mit Terroropfern wie in der Mallinckrodtstrasse 190, in Dortmund. 

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Nationalistische, deutschtümelnde, frauenfendliche, homophobe, faschistische oder nationalsozialistische Musik sollte man voneinander differenzieren und auch differnziert darstellen. Macht man das nicht, ist die eigene Analysemangelhaft, die eigene Kritik fehlerhaft und angreifbar und man entwickelt einen fehlerhaften und ungenauen Aktionsfokus.

Man erzeugt ungewollte Solidarisierungen unter seinen Gegnern, vermittelt sein Anliegen mäßig, schlecht bis gar nicht und sorgt für die eigene Isolation.

Es geht hier um die Aufmerskamkeit und Mobilisierung gegen die Rechten. 

Lasse bitte Deine Querfronten sein. 

Mobilisierung nennst du diese Recherche-Null-Nummer?

Da hat sich einer aber Null Mühe gegeben, weder inhaltlich noch formal

Zum Inhaltlichen wurde ja schon was gesagt.

 

Wenn nun ein solcher geistiger Bodennebel kritisiert wird, ist das natürlich gleich Querfront.

Ich wette, du weißt nicht was Querfront ist. Hast aber gelernt, dass dieser Vorwurf

ein tolles Argument ist, wenn man Dinge, die man selbst nicht versteht, dissen will.

 freiwild,rechtsrock schlecht hin

 

 *********: Verknüpfung ist das nächste Stichwort: Wie siehst du die Verbindung zwischen der extremen Rechtsrock-Szene und Bands wie frei.wild, die im Prinzip in die Fußstapfen der Böhsen Onkelz getreten sind – also nicht offen rechtsradikal oder fremdenfeindlich, die aber trotzdem voller Anspielungen auf völkische, nationale Begrifflichkeiten stecken. 
Thomas Kuban: Diese bräunliche Grauzone ist ein großes Problem, da sie gesellschaftlich weitgehend akzeptiert ist. Bei den Böhsen Onkelz konnte man bis zum Schluss zweifeln, ob sie sich wirklich von ihrer Ideologie losgesagt haben. Es gibt ja ein sehr bekanntes Lied: „mit scheinheiligen Liedern erobern wir die Welt“. Das kann man natürlich autobiographisch betrachten: Seit sich die Onkelz offiziell von der Nazi-Szene distanziert haben, haben sie ja fett Kasse gemacht. Und obwohl es die Onkelz seit mehreren Jahren nicht mehr gibt, boomt diese Szene ungebrochen. Es gibt zum Beispiel jedes Jahr die größte Onkelz-Nacht Deutschlands, wo mehrere 1.000 Fans zusammen kommen. Es gibt auch ein Heer von Cover-Bands, die bei solchen Konzerten auftreten, die es teilweise mit der Distanzierung von der Nazi-Szene nicht so genau nehmen. Ich habe beispielsweise mal die Onkelz-Cover-Band Exitus Letalis gesehen. Die haben dann auch von klassischen Nazi-Bands Songs gecovert oder von den Onkelz aus der Skinhead-Zeit.
Dann gibt es natürlich noch die Band frei.wild, die aus dem Onkelz-Spektrum ihre Fans rekrutiert. Es ist eine Band aus Süd-Tirol, eine Deutsch-Rock-Band aus Norditalien. Deren Texte sind völkisch nationalistisch geprägt. Es gibt Texte gegen die Feinde der Heimat. Und die distanzieren sich nur sehr mäßig von der Nazi-Szene. Der Sänger sagt offen: „Skinheads dürfen jederzeit kommen, auch rechte Skinheads – die müssen sich nur ordentlich benehmen.“ Er selbst hat früher in einer Rechtsrock-Band gesungen, die ein halbes Jahr vor der Gründung von frei.wild erst aufgelöst wurde. Er war später in der politischen Partei „Die Freiheitlichen“ in Südtirol aktiv. Das ist die Schwesterpartei zur österreichischen FPÖ – und die füllen inzwischen Großstadthallen. Die haben eine Weihnachts-Tour gegeben in Stuttgart, Frankfurt, Dresden und Hamburg. Die haben in vier Tagen vor über 40.000 Leuten gespielt. In Wacken sind sie auch schon seit Jahren präsent. Da fehlt unserer Gesellschaft jegliche Sensibilität, die Problematik zu erkennen: dass hier ganz klar nationalistisch auftretende Musiker hier vor Massenpublikum spielen und ihre nationalistische Ideologie verbreiten können. Es ist keine Nazi-Band, aber eine Identitäts-Rock-Band – und so etwas war immer ein Ziel der Nazis: mit etwas unverdächtigeren Texten die Masse der Bevölkerung zu erreichen. Und in Nazi-Foren kann man auch lesen, dass es ja toll sei, was die Band frei.wild mache, weil sie nationalistische und völkische Ideologie verbreitet, ohne die Bevölkerung zu erschrecken.
***********: Also auf Popkultur getrimmter Einstieg in die rechte Musik-Szene. 
Thomas Kuban: Nationalismus wird so auf breiter Basis gesellschaftsfähig gemacht. Und wenn dann noch Fremdenfeindlichkeit dazu kommt – Studien zeigen, rund 70 Prozent der Bevölkerung haben offenbar fremdenfeindliche Ressentiments – dann wird es gefährlich. Und wenn man gesellschaftlich nicht einmal ein Problem darin sieht und solche Bands Großstadthallen füllen, dann halte ich das für ein großes Problem.

GETADDICTED: Wie ist der Dresscode bei frei.wild-Konzerten?
Thomas Kuban: Da hat der überwiegende Teil des Publikums frei.wild-Klamotten an – oder Sachen von den Onkelz. Aber da findet man auch Leute mit politischen Shirts wie „Todesstrafe für Kinderschänder“ - da gibt es ja eine gleichnamige Nazi-Initiative, oder „Südtirol ist nicht Italien“, was ja auch eine klare nationalistische Ansage ist.

**********: Wie eng siehst du die Verknüpfungen zum Back Metal, in dem es ja auch extreme und vor allem rechtsoffene Bands gibt?
Thomas Kuban: Im Black Metal ist ja eine gemeinsame ideologische Basis vorhanden, insbesondere im heidnischen Bereich, im Pagan-Metal – Germanentum, Wikinger, die ganzen Geschichten, die auch bei den Nazis gut ankommen. Es gibt eine relevante Nazi-Black-Metal-Szene, in der auch Mörder als Helden gefeiert werden. Die Band Absurd ist ja eins der bekanntesten deutschen Beispiele: Hendrik Möbus, eins der Gründungsmitglieder, ist ja seinerzeit verurteilt worden für den Mord an einem Mitschüler, er ist als „Satansmörder“ durch die Medien transportiert worden. Und Möbus und die Band sind heute dadurch Kult in der Szene.
Diese heidnische Black-Metal-Szene hat oft keine Berührungsängste mit der Nazi-Szene, auch wenn sie selbst keine Nazis sind. Ich war beim Ragnarök-Festival in Lichtenfels – da hört man schon auf dem Parkplatz aus den Autos heraus Musik der Band Absurd. Von denen gibt es auf dem Gelände dann T-Shirts und Aufnäher – auch von anderen einschlägigen Bands wie Burzum. Da laufen auch Leute herum mit T-Shirts von klassischen Nazi-Bands wie Race War oder mit Bezügen zu Blood & Honour – und keinen stört's offenbar.
Millionen-Umsätze für die Bewegung