Köln - besetztes Haus füllt sich weiter

Haus am Mittwoch

Das besetzte Haus Kartäuserwall 14 in der Kölner Südstadt füllt sich weiter - Wir sind nicht geräumt worden – Im Gegenteil: Der Zuspruch in der Nabarschaft wächst. Mehr und mehr Nachbar*innen nehmen an unseren Treffen und Veranstaltungen im Haus teil und hinterlassen Solidaritätsbekundungen an der Fassade. Fakt ist, dass die Räumung der Mieter über Abriss und Luxusneubau kein Einzelfall in der Kölner Südstadt ist. Wir erhalten viele Details von räumungsbedrohten Mieter*innen aus der Nachbarschaft. Pfarrer Mörrter aus der Lutterkirche Südtstadt und die Erwerbslosenorganisation LEO haben sich wegen der massiven Verdrängung hinter die Forderungen der Besetzer*innen gestellt.

Koch- und Kneipengruppen betreiben nun täglich die Bar im Erdgeschoss.
Kommt vorbei und diskutiert mit uns!

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Pressemitteilung des Besetzer*innenrates im Kartäuserwall 14 vom 9.September 2015

 

Abrissgenehmigung für das besetzte Haus Kartäusewall 14 rechtswidrig

In der Öffentlichkeit ist der Eindruck entstanden, dass das besetzte Haus in der Südstadt marode und nicht mehr bewohnbar ist. Dieser Eindruck ist falsch. Vielmehr hat der Gutachter des Amtsgerichts bereits festgestellt, dass das Gebäude in einem guten Zustand ist. Dies und ein zweites Gutachten, das die ehemaligen Mieter in Auftrag gegeben haben, begründen erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Abrissgenehmigung.

 

Der Richter, der die Räumung der Mieter verfügt hat, hat dieses Gutachten ignoriert und die vorliegende Abrissgenehmigung nicht angezweifelt. Stellt sich die Frage, in welchem Interesse das Gericht gehandelt hat. Verantwortlich für diesen Skandal ist allerdings nicht nur die Justiz, sondern auch die Stadt Köln. Denn die Verwaltung hat die Abrissgenehmigung des völlig intakten und bewohnbaren Hauses erteilt.

 

In den nächsten Tagen werden namhafte Kölner Architekten das Haus besichtigen und ein eigenes Urteil abgeben. Wir werden die Öffentlichkeit darüber selbstverständlich informieren.

 

Bleibt die Frage, in welchem Interesse die Justiz und die Stadt Köln gehandelt haben. Uns drängt sich nach Durchsicht der Gutachten jedenfalls der Eindruck auf, dass die Stadt Köln und das Gericht die Verwetungs-Interessen des Eigentümers höher bewertet haben, als den Schutz von Mietern. Die Folgen sind bekannt, billiger Wohnraum wird zerstört, um Investoren Platz zu machen, die Luxuswohnungen bauen lassen, die sie mit Profit verkaufen oder für viel Geld vermieten können. Die ärmeren Bewohner der Südstadt werden verdrängt. In den letzten Tagen haben wir von Nachbarn und Besucherinnen viele ähnliche Geschichten gehört.

Wohnraum für alle!

 

 

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"Die ärmeren Bewohner der Südstadt werden verdrängt"

 

bzw. in die Flucht geschlagen. Verantwortlich dafür sind die selben Herren, die auch für die Flucht weltweit verantwortlich sind. Kapitalisten die den Staat schon lange unterwandert haben, ignorieren was mit den Menschen geschieht, sie missachten die Menschen, uns Menschen. Es ist ihnen völlig egal ob wir zugrunde gehen. Das erleben wir gerade tagtäglich ! Sie unterstützen sogar die Nazis, schützen die NSU und greifen die Existenzgrundlagen der Menschen an. Wir sind hier in Deutschland mitten im Pogrom 2015 !!!

 

Gegenwehr ist bitter notwendig. Ich wünsche euch, dass die Nachbarschaft das versteht und voll und ganz hinter euch steht. Solidarisch gegen die menschenverachtende Kapitalpolitik. DANKE, weiter so!