Protest gegen „Karrieretruck“ der Bundeswehr in Rüsselsheim

Transpi by RL

Seit Jahren versucht die Bundeswehr in Rüsselsheim bei der Jugend Fuss zu fassen. Diesmal sogar mit einem Truck der junge Menschen für das Mörderhandwerk begeistern soll. Kriegsgegner_innen wurden dagegen aktiv.

 

Heute ist auf der Ausbildungsmesse in der Werner-Heisenberg-Schule zum ersten Mal der so genannte Karrieretruck der Bundeswehr aus Mainz zur Jagd nach Minderjährigen(1) und Kanonenfutter geschickt worden.

Dagegen haben Bundeswehr- und KriegsgegnerInnen mit einem Transparent (BUNDESWEHR RAUS AUS RÜSSELSHEIM!) protestiert. Am kühlen Samstagmorgen wurden nicht nur hunderte Flyer („Soldat_in ist KEIN normaler Beruf!“) an rege interessierte Jugendliche aus Rüsselsheim verteilt, sondern auch massig Aufkleber („Beim Bund ist alles doof“) abgegeben und viele Gespräche mit Kleingruppen geführt, die zuvor auch bei der Bundeswehr waren. Das dürfte der Bundeswehr besonders aufstoßen, weil es zum Soldatenjob Gegeninformationen der Kriegsgegner_innen gab.

 

Der „Karrieretruck“ der Bundeswehr wurde schlecht einsehbar im Inneren des Schulgeländes gestellt. In Anzeigen des „Bündnis Schule und Arbeit“ wurde wie in den Vorjahren die Teilnahme der Bundeswehr verschwiegen. Ebenso nicht aufgeführt wurde der Termin von der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Die bei früheren Anlässen Präsenz zeigenden Zivilpolizisten wurden diesmal nicht gesichtet.

 

Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) will von der Teilnahme der Bundeswehr nichts gewußt haben. Ebenso ist ihm die UN-Kinderrechtskonvention (Schutz vor Gewalt...), die von der BRD nicht ratifiziert worden ist, unbekannt. Dafür hat er nach seinen Worten „gedient“.

Zahlreiche andere Stadtpolitiker von CDU und SPD mussten sich „Bundeswehr raus aus Rüsselsheim“-Rufe anhören.

 

Insgesamt ein gelunger Auftakt gegen das immer unverschämter werdene Auftreten der Bundeswehr in Rüsselsheim. Rüsselsheim soll 2017 den Hessentag ausrichten. Dort will sich die Bundeswehr ebenfalls groß zeigen. Nicht nur dafür haben sich die Gegner_innen der Bundeswehr und Krieg warm gemacht.

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In Rüsselsheim war allerdings kein "Karrieretruck", sondern die "Wir-fahren-aufs-Land-Version" als "Infotruck" verharmloste kleinere Version.

Der Karrieretruck wäre wegen der Größe wahrscheinlich nicht an den Platz gekommen, wie man auf den Bild erkennen kann.

Ein Bericht im Rüsselsheimer Echo:

"Ein wichtiges Thema im Infomobil sei immer die Frage nach den Auslandseinsätzen. „Soldaten können sich davor nicht drücken“, stellte die Beraterin auch am Samstag immer wieder klar. Angestellte und Beamte können für jeweils vier Monate am Stück ebenfalls ins Ausland abkommandiert werden, dürfen dazu aber nicht verpflichtet werden. Attraktive finanzielle Vergünstigungen sollen den Betreffenden die Entscheidung leichter machen."

 

http://www.echo-online.de/region/ruesselsheim/Gedraenge-um-die-grossen-A...