Berliner Polizei twittert bei Demo-Einsätzen

Bei schwierigen Einsätzen wie den 1. Mai-Demonstrationen will die Polizei ihre Sicht der Lage via Twitter schildern
Erstveröffentlicht: 
05.01.2014

Die Berliner Polizei will bei angespannter Stimmung auf Demos gegensteuern - mit Twitter-Nachrichten.

 

Bei schwierigen Einsätzen und Demonstrationen mit Gewalttaten will die Berliner Polizei künftig per Twitter über die aktuelle Lage informieren. „Wir wollen die neuen Medien stärker nutzen”, sagte Polizeipräsident Klaus Kandt. „Wir wollen auch Twitter einsetzen, zum Beispiel am 1. Mai.” Bei der Polizei läuft das unter dem Begriff „einsatzbegleitende Kommunikation”. Außerdem will die Berliner Polizei demnächst auch bei Facebook ein Profil einrichten.

 

Im Hinblick auf den 1. Mai, an dem es seit langem zu Krawallen von Linksextremisten und Randalierern kommt, erklärte Kandt: „Wir wollen nicht nur Konflikte lösen, sondern auch vermitteln, was gerade passiert. Damit es gar nicht erst durch Gerüchte oder Fehlinformationen zu Aufregungen kommt.”

 

Kein taktisches Mittel

 

Die Polizei will sich allerdings nicht auf einen Meldungswettkampf mit Veranstaltern von Demonstrationen oder politischen Parteien einlassen. „Wir reagieren dabei nicht auf Twitter-Meldungen beteiligter Gruppen bei den Demonstrationen, sondern schildern einfach nur: Das ist aus unserer Sicht die Realität, das ist der Einsatzverlauf”, sagte Kandt.

 

Die Twitter-Nachrichten haben demnach nichts mit der Einsatztaktik der Polizei zu tun, etwa um Demonstrantengruppen mit falschen Mitteilungen zu verunsichern. Im Gegenteil: „Da geht es nicht um taktische Mitteilungen, sondern um valide Informationen.”

 

Twitter-Premiere im Dezember

 

Im Konflikt um die Zelte von Flüchtlingen auf dem Kreuzberger Oranienplatz hatte die Polizei bereits über Twitter kommuniziert. Eigentlich sollten die Zelte nach dem Umzug der meisten Flüchtlinge am 24. November abgebaut werden. Als sich aber an dem Abend Demonstranten versammelten und die Situation zu eskalieren drohte, sagten der Bezirk und die Polizei das Vorhaben ab. Kandts Sprecher Stefan Redlich twitterte daraufhin: „Zur Info: es werden heute keine Zelte am O-Platz abgebaut.”